Wetterereignisse mit viel Niederschlag in kurzer Zeit treten immer häufiger auf. Wenn plötzlich große Wassermengen anfallen, stoßen die öffentlichen Abwasserkanäle an ihre Grenzen. Die Rohre unter der Straße können die Fluten dann schlichtweg nicht mehr fassen.

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Das Wasser staut sich in den Schächten nach oben, oft bis zur Straßenkante. Fachleute sprechen dabei von der sogenannten Rückstauebene. Für ungeschützte Gebäude hat das direkte Folgen: Das Abwasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands und drückt durch die Anschlussrohre zurück in das Haus.
Der Keller als tiefster Punkt des Gebäudes läuft dann rasch mit Schmutzwasser voll. Die Feuchtigkeit beschädigt dabei nicht nur Möbel und Haustechnik, sondern greift auch die grundlegende Bausubstanz an.
Eine aufwendige Sanierung und lange Trocknungszeiten lassen sich danach meist nicht vermeiden. Um solche Schäden von vornherein zu verhindern, ist eine gut geplante technische Absicherung des Untergeschosses eine unverzichtbare Maßnahme für Hausbesitzer.
Ursachen erkennen und vorbeugen
Bevor technische Bauteile installiert werden, lohnt sich ein Blick auf die vorhandenen Rohre auf dem eigenen Grundstück. Im Laufe der Jahre können sich an den Innenwänden Ablagerungen bilden. Manchmal dringen auch feine Baumwurzeln in die Leitungen ein oder es entstehen feine Risse im Material.
Solche Hindernisse stören den reibungslosen Abfluss des Abwassers. Wenn der Durchmesser der Rohre durch Schmutz oder Wurzeln verengt ist, erhöht das bei anhaltendem Regen das Risiko für einen Rückstau maßgeblich.
Eine regelmäßige Kontrolle der Abwasserrohre ist deshalb eine sinnvolle Form der Vorbeugung. Wird beispielsweise eine professionelle Kanalreinigungsfirma in Nürnberg mit einer Überprüfung beauftragt, lassen sich solche Schwachstellen im System frühzeitig finden und beseitigen. Sind die Leitungen fachgerecht gespült und frei von Blockaden, kann das Wasser wieder ungehindert abfließen.
Zusätzlich spielt der Umgang mit Regenwasser auf dem Grundstück eine wichtige Rolle. Fällt viel Niederschlag auf das Dach, muss dieses Wasser nicht zwingend in den öffentlichen Kanal geleitet werden.
Eine Regentonne oder eine unterirdische Zisterne fangen das Wasser auf, sodass es später für die Gartenbewässerung bereitsteht. Alternativ lässt sich das Regenwasser über spezielle Versickerungsanlagen langsam an den eigenen Boden abgeben. Jeder Kubikmeter Wasser, der auf dem eigenen Grundstück verbleibt, entlastet das öffentliche Kanalnetz und hilft, Überlastungen zu vermeiden.
Passiver Schutz: so funktioniert eine Rückstauklappe
Eine bewährte Methode, um das Untergeschoss abzusichern, ist der Einbau einer Rückstauklappe. Dieses Bauteil wird direkt in die Abwasserleitung des Hauses eingesetzt.
Die Funktionsweise ist leicht verständlich: Fließt Abwasser aus dem Gebäude regulär in Richtung Kanal, öffnet sich die Klappe. Drückt jedoch bei einem Unwetter das Wasser aus der Kanalisation in die falsche Richtung, schließt sich der Mechanismus automatisch. Das Rohr ist dann verriegelt und der Keller bleibt vor dem Schmutzwasser geschützt.
Diese Lösung eignet sich für Gebäude, bei denen das Abwasserrohr ein natürliches Gefälle zum öffentlichen Kanalnetz hat. Es gibt dabei jedoch eine Besonderheit zu beachten: Sobald die Klappe bei einem Rückstau geschlossen ist, kann auch das hauseigene Abwasser vorübergehend nicht mehr nach außen abfließen. Waschbecken, Toiletten oder Waschmaschinen im Keller dürfen in diesem Zeitraum daher nicht genutzt werden.
Bei der Wahl der passenden Anlage kommt es auf die Art des Abwassers an. Handelt es sich lediglich um sogenanntes Grauwasser, beispielsweise von einer Waschmaschine oder einer Dusche, reicht ein mechanisches Modell meist aus.
Befindet sich jedoch eine Toilette im Untergeschoss, gelten andere Vorgaben. Für dieses fäkalienhaltige Schwarzwasser ist eine elektronisch gesteuerte Rückstauanlage gesetzlich vorgeschrieben. Ein nachträglicher Einbau solcher Klappen ist in den meisten bestehenden Häusern gut machbar und bietet einen verlässlichen Basis-Schutz.
Aktiver Schutz: Abwasser sicher abpumpen
Fehlt das natürliche Gefälle zum öffentlichen Kanalnetz oder sollen die Sanitäranlagen im Untergeschoss auch bei Unwettern durchgehend nutzbar bleiben, bietet sich der Einbau einer Hebeanlage an. Anders als eine passive Klappe arbeitet dieses System aktiv.
Das anfallende Abwasser wird zunächst in einem geschlossenen Behälter gesammelt. Sobald ein bestimmter Füllstand erreicht ist, schaltet sich eine Pumpe ein. Diese fördert das Wasser über eine sogenannte Rückstauschleife in die Kanalisation.
Diese Schleife ist ein Rohrabschnitt, der zwingend über die Rückstauebene geführt wird. Durch diesen Bogen nach oben entsteht eine unüberwindbare physikalische Barriere für das Wasser, das von außen in das Haus drücken möchte.
Moderne Hebeanlagen lassen sich meist platzsparend aufstellen. Sie benötigen jedoch eine genaue Planung und einen dauerhaften Stromanschluss. Um die Zuverlässigkeit der Pumpenmechanik zu erhalten, ist zudem eine regelmäßige Wartung erforderlich.
Fazit: Gut gerüstet für den Ernstfall
Der Schutz vor eindringendem Schmutzwasser ist ein wichtiger Baustein der Haustechnik. Durch saubere Rohre, Regenwassernutzung auf dem eigenen Grundstück und die Wahl der passenden Rückstausicherung wird das Schadensrisiko deutlich gesenkt.
Zudem ist eine fachgerecht installierte Sicherung häufig eine grundlegende Voraussetzung für den Abschluss einer Elementarschadenversicherung. Mit der richtigen technischen Vorsorge bleibt das Untergeschoss auch bei starken Niederschlägen dauerhaft trocken.



