Der Neubau eines Hauses ist ein Projekt, das Weitblick erfordert. Viele Entscheidungen, die während der Planungsphase getroffen werden, bleiben über Jahrzehnte bestehen. Ein Raum, dessen zukünftige Bedeutung oft erst spät bedacht wird, ist das Badezimmer.

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Wer heute seinen Grundriss entwirft, profitiert davon, die Bedürfnisse späterer Lebensabschnitte von Anfang an zu integrieren. Barrierefreie Bäder bieten in jedem Alter einen spürbaren Komfort im Alltag und sichern zudem langfristig den Wert der Immobilie.
Über die gelungene Verbindung von moderner Architektur und durchdachter Funktionalität spricht unsere Redaktion mit Laurenz Krüger. Als Geschäftsführung der Krüger Haustechnik GmbH & Co. KG erklärt er, worauf Bauherren bei der Leitungs- und Raumplanung rechtzeitig achten sollten, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Warum frühzeitige Planung entscheidend ist
Hausbau Blog & Bautagebuch:
Herr Krüger, junge Bauherren konzentrieren sich bei der Hausplanung oft auf das Hier und Jetzt. Warum ist es aus Ihrer Sicht sinnvoll, schon beim allerersten Grundriss an ein barrierefreies Badezimmer zu denken, auch wenn mögliche körperliche Einschränkungen noch weit in der Zukunft liegen?
Laurenz Krüger:
Eine vorausschauende Planung hilft einerseits, die Kosten und den Aufwand des Umbaus zu einem barrierefreien Badezimmer zu reduzieren, falls dieser benötigt wird. Andererseits machen einige für barrierefreie Bäder vorgeschriebene Aspekte die Nutzung auch für junge Bauherren deutlich angenehmer. Beispielsweise eine bodenebene Dusche, ausreichend große Bewegungsflächen und gute Beleuchtung.
Der Spagat zwischen Design und Funktion
Hausbau Blog & Bautagebuch:
Bei dem Begriff Barrierefreiheit denken viele Menschen zunächst an Krankenhausatmosphäre und kühle Zweckmäßigkeit anstatt an Wohlfühloasen. Wie schaffen Sie es in der Praxis, die notwendigen technischen Anforderungen für ein gut zugängliches Bad mit einem hohen architektonischen Anspruch und einem modernen, warmen Design in Einklang zu bringen?
Laurenz Krüger:
Tatsächlich sind unsere Kunden oft noch überrascht, wie schön barrierefreie Bäder sein können. Da dieser Standard inzwischen in immer mehr privaten Wohnhäusern gewünscht wird, haben auch die Hersteller reagiert und bieten hierzu designorientierte Produkte an. Das heißt, die Krankenhausatmosphäre ist zumindest in der Technik längst überwunden. Mit dieser großen Produktauswahl und unseren darauf spezialisierten Badplanern erschaffen wir Bäder, die alle Designansprüche erfüllen.
Bauliche Voraussetzungen im Rohbau
Hausbau Blog & Bautagebuch:
Wenn man sich für eine vorausschauende Bauweise entscheidet, müssen bestimmte Details schon im Rohbau stimmen. Welche baulichen Voraussetzungen sind für bodengleiche Duschen oder stabile Haltegriffe zwingend nötig und welche Erfahrungen machen Sie bei diesen Themen als Experte für barrierefreie Bäder in Starnberg im täglichen Baustellenbetrieb?
Laurenz Krüger:
Für bodengleiche Duschen ist die Höhe der Ablaufleitung entscheidend. Im Rohbau ist das sehr einfach umzusetzen. Im Bestand muss dafür ab und zu im Raum unter dem Bad ein neuer Abzweig in die Abwasserleitung eingesetzt werden, um das nötige Niveau zu gewährleisten. Für die Haltegriffe muss vor allem bei Trockenbauweise vorgeplant werden. Das ist entweder über dafür vorgesehene Befestigungsgestelle oder die Verwendung von Versteifungen und Holzverstärkung der Trockenbauwände möglich. Die meisten Bestandsbäder haben noch geziegelte Wände, hier ist die Befestigung immer unproblematisch.
Budgetplanung und mögliche Förderungen
Hausbau Blog & Bautagebuch:
Das Budget spielt beim Hausbau eine zentrale Rolle und wird von Bauherren genau im Blick behalten. Mit welchem finanziellen Mehraufwand muss man bei einem vorausschauend geplanten Badezimmer im Vergleich zu einer Standardausführung ungefähr rechnen und welche staatlichen Förderungen können Familien für diese Maßnahmen in Anspruch nehmen?
Laurenz Krüger:
Die Vorbereitung zum barrierefreien Bad ist meist mit nur geringen Mehrkosten von etwa 5 Prozent verbunden. Wenn die Haltegriffe und andere Komponenten gleich mit montiert werden sollen, sind etwa 10 Prozent Mehrkosten zu erwarten. Die Fördermöglichkeiten müssen immer im Einzelfall geklärt werden. Grundsätzlich sind aber sowohl günstige Kredite, als auch Zuschüsse vom Staat und der Pflegekasse möglich.
Smarte Technik für mehr Komfort
Hausbau Blog & Bautagebuch:
Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die technische Ausstattung. Welche modernen Lösungen aus dem Bereich der Haustechnik empfehlen Sie Bauherren heutzutage, um nicht nur die allgemeine Sicherheit zu erhöhen, sondern auch den Bedienkomfort im Badezimmer über viele Jahre hinweg dauerhaft und verlässlich zu gewährleisten?
Laurenz Krüger:
Für die allgemeine Sicherheit empfehle ich immer Bodenbeläge mit ausreichender Rutschhemmungsklasse. Das verhindert das Ausrutschen mit nassen Füßen. Für den Bedienkomfort halte genug Platz im Bad und eine sinnvolle Anordnung aller Einrichtungsgegenstände für wichtig. Und natürlich auch die richtigen Armaturengriffe. Hier darf darauf geachtet werden, dass die Griffe groß genug sind, um den Kraftaufwand bei der Bedienung so gering wie möglich zu halten.


