Home » Hausbau » Außenanlagen » Interview mit IGL Umwelt- & Gebäudetechnik: Moderne Haustechnik braucht klare Planung

Interview mit IGL Umwelt- & Gebäudetechnik: Moderne Haustechnik braucht klare Planung

Inhaltsverzeichnis

Gebäudetechnik ist für Bauherren und Eigentümer heute ein zentrales Thema. Heizung, Sanitär, Lüftung, Klima und erneuerbare Energien beeinflussen nicht nur den Komfort im Alltag, sondern auch Betriebskosten, Energieverbrauch und Zukunftssicherheit eines Gebäudes. Besonders bei Neubau, Sanierung oder Heizungsmodernisierung stehen viele Eigentümer vor der Frage, welche Lösung technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und langfristig passend ist.

IGL Umwelt- & Gebäudetechnik aus Pfreimd begleitet private, gewerbliche und öffentliche Kunden bei Projekten rund um moderne Haustechnik. Die Experten für Umwelt- und Gebäudetechnik arbeiten in den Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung, Klima, regenerative Energien sowie Umwelt- und Gebäudetechnik. Dabei geht es um neue Heizsysteme, Wartung, Badmodernisierung, gewerbliche Anlagen, Energieeffizienz und technische Lösungen für unterschiedliche Gebäudetypen.

Wir haben mit IGL Umwelt- & Gebäudetechnik darüber gesprochen, worauf Eigentümer bei der Planung achten sollten, warum eine Bestandsaufnahme vor Ort so wichtig ist und welche Rolle Effizienz, Wartung und erneuerbare Energien in der modernen Haustechnik einnehmen.

haus-bau-blog.de: Moderne Gebäudetechnik umfasst heute deutlich mehr als nur Heizung und Sanitär. Was hat sich in den vergangenen Jahren aus Ihrer Sicht verändert?

Andreas Igl: Gebäudetechnik ist heute ein ganzheitliches Thema, Heizung und Sanitär sind nur noch ein Teil davon. Was sich in den letzten Jahren fundamental verändert hat, ist der Antrieb: Früher stand die reine Versorgungssicherheit im Vordergrund, heute kommen dazu Kostenreduktion und Energie- Gedanke. 

Konkret heißt das: Der Leistungsbedarf moderner Gebäude sinkt kontinuierlich, weil Dämmstandards steigen und Anlagen effizienter werden. Das verändert die gesamte Auslegung Logik. Es entwickelt sich weg von großen, trägen Systemen, hin zu kleinen, präzise regelbaren Einheiten.

Rund 87 % des Energieverbrauchs eines privaten Haushalts entfallen auf Heizung und Warmwasser. Wärmepumpen, Solarthermie, Photovoltaik und Wärmenetze sind heute keine Nischenthemen mehr.

Was sich außerdem verändert hat: die Komplexität der Systeme und der Anspruch der Eigentümer. Die Technik ist vernetzter, die Regelung intelligenter. Das bedeutet, dass eine saubere Planung und regelmäßige Wartung wichtiger sind denn je. Eine Anlage, die nicht korrekt eingestellt oder gewartet wird, läuft nicht energieeffizient. 

haus-bau-blog.de: Wann sollten Bauherren oder Eigentümer einen Fachbetrieb in die Planung einbeziehen?

Andreas Igl: So früh wie möglich, dh. bevor Entscheidungen getroffen werden, nicht danach. Egal ob Neubau, Heizungstausch, Badsanierung oder energetische Modernisierung: Wer den Fachbetrieb erst ruft, wenn der Architekt schon fertig geplant hat oder der alte Kessel ausgefallen ist, verschenkt Zeit und ist zu spät dran. 

Der Grund ist einfach: Gebäudetechnik ist keine isolierte Disziplin mehr. Heizsystem, Lüftung, Warmwasserbereitung und erneuerbare Energien hängen direkt zusammen. Wer eine Wärmepumpe einbauen will, muss wissen, ob das Heizkörpersystem die nötigen Vorlauftemperaturen schafft. Wer ein Bad modernisiert, muss Leitungswege, Schachtführung und Druckverhältnisse im Blick haben.

Deshalb steht bei uns am Anfang jedes Projekts eine Bestandsaufnahme im Gebäude. Eine grobe Heizlast- Abschätzung auf Basis von Baujahr und Wohnfläche ist ein erster Anhaltspunkt, aber kein Planungs Ersatz.

Der beste Zeitpunkt für den Anruf beim Fachbetrieb ist immer, bevor die Entscheidung fällt, nicht danach.

haus-bau-blog.de: Viele Eigentümer sind bei der Heizungsmodernisierung unsicher. Wie nähert man sich der Auswahl eines passenden Systems?

Andreas Igl: Die Unsicherheit ist verständlich, der Markt ist groß, die Botschaften widersprüchlich, und die Entscheidung hat langfristige Konsequenzen. Deshalb folgen wir einem strukturierten Beratungsprozess, der immer mit einer Frage beginnt: Was wünscht sich der Kunde?

Wir schauen uns an, wie viel Wärme das Gebäude tatsächlich benötigt, abhängig von Baujahr, Dämmzustand, Fensterflächen, Ausrichtung und Nutzfläche. Viele bestehende Anlagen sind dann überdimensioniert. 

Dann werden die vorhandenen Heizflächen analysiert. Zum Teil müssen Heizkörper getauscht oder die Anlage entsprechend angepasst werden. 

Wenn noch weitere Sanierungsmaßnahmen anstehen, sollte erst die Gebäudehülle optimiert und dann die Heizung passend ausgelegt werden. Das spart Investitionskosten und steigert die Effizienz dauerhaft.

Das Nutzerverhalten ist entscheidend, dh. wie wird das Haus genutzt. Gibt es Warmwasser Spitzen durch viele Personen? All das beeinflusst die Systemwahl und die Dimensionierung des Speichers.

Ebenso gilt es das Budget und mögliche Förderungen zu prüfen. Das verändert die Wirtschaftlichkeitsrechnung und macht teurere Systeme erschwinglich.

Unser Ziel ist am Ende ein maßgeschneidertes Konzept: das System, das zu diesem Gebäude, diesem Nutzer und diesem Budget passt, heute und in den nächsten 20 Jahren.

haus-bau-blog.de: Welche Rolle spielen regenerative Energien bei heutigen Projekten?

Andreas Igl: Regenerative Energien sind heute der Standard. Die Frage ist lediglich, wie diese regenerative Technik sinnvoll eingebunden wird.

Die Wärmepumpe dominiert dabei klar das Neugeschäft, sowohl im Neubau als auch zunehmend in der Sanierung. Gut geplante Anlagen erreichen selbst in teilweise sanierten Altbauten Jahresarbeitszahlen von 3 und mehr. 

Bei größeren Gebäuden wird oft auf hybride Systeme gesetzt, die Wärmepumpe und einen bestehenden Wärmeerzeuger intelligent kombinieren. Die Warmwasserbereitung erfolgt häufig ergänzend über Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen. 

Holz ist auch ein nachwachsender Rohstoff. Holzpellets oder Hackschnitzel bleiben nach wie vor eine sinnvolle Option, besonders dort, wo keine Erdwärmenutzung möglich ist oder kein Gasanschluss besteht. Man sollte aber wissen, dass Lagerraum und eine gewisse Wartungs- Bereitschaft dazu gehören. 

Und ja, wir installieren auch weiterhin Gas- und Ölbrenner. Nicht jedes Gebäude und nicht jede Situation lässt eine sofortige Umstellung auf erneuerbare Systeme zu. Wir beraten ehrlich und lösungsorientiert, und manchmal ist ein moderner Brennwertkessel die pragmatisch richtige Entscheidung für heute, mit dem Blick auf eine spätere Umrüstung. 

haus-bau-blog.de: Auch Lüftung und Klima werden im Wohnbau wichtiger. Wann lohnt es sich, diese Themen mitzudenken?

Andreas Igl: Lüftung und Klima sollten von Anfang an mitgedacht werden, und zwar nicht nur als Komfort-Extra, sondern als technische Notwendigkeit.

Der Grund ist simpel: Moderne Gebäude werden immer dichter. Neue Fenster, gedämmte Fassaden, abgedichtete Dächer, das ist energetisch gewollt, hat aber eine direkte Konsequenz: Je luftdichter die Gebäudehülle, desto wichtiger wird eine kontrollierte Lüftung. Wer glaubt, das lässt sich durch manuelles Stoßlüften kompensieren, unterschätzt das Problem. In der Praxis funktioniert das selten zuverlässig, und die Folge ist erhöhte Raumluftfeuchtigkeit, Kondensatbildung an kühlen Bauteilen und im schlimmsten Fall Schimmel.

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung löst das elegant: Die Abluftwärme wird zu 70 bis 80 % auf die frische Zuluft übertragen, der Lüftungswärmeverlust sinkt drastisch, und die Raumluftqualität ist dauerhaft auf hohem Niveau, ohne Zugerscheinungen, ohne Lärm, ohne manuellen Aufwand. Gerade für Familien mit Allergikern oder in lärmbelasteten Lagen ist das ein echter Qualitätsgewinn.

Das zweite große Thema ist der sommerliche Wärmeschutz. Gut gedämmte Gebäude, die im Winter kaum Energie verlieren, heizen sich im Sommer schnell auf, besonders bei großen Glasflächen. Hier braucht es ein Gesamtkonzept aus Sonnenschutz, Nachtlüftung und, wo sinnvoll, aktiver Kühlung. Die reversible Betriebsweise einer Wärmepumpe zur Raumtemperierung ist heute technisch problemlos möglich und wird zunehmend nachgefragt.

Spätestens seit Homeoffice zum Alltag geworden ist, haben viele Eigentümer auch im Wohnbereich einen anderen Blick auf die Raumluftqualität bekommen. Wer acht Stunden am Tag im gleichen Raum arbeitet, merkt den Unterschied zwischen guter und schlechter Luft sehr deutlich. Denn Luft- Qualitätsmerkmale, wie die CO₂-Konzentration, die Temperatur und die Feuchtigkeit, haben direkte Auswirkungen auf Konzentration und Wohlbefinden.

Kurz gesagt: Der richtige Zeitpunkt ist immer der Planungsbeginn, ob Neubau, Fenstertausch oder energetische Sanierung. Wer Lüftung und Klima erst im Nachhinein nachrüstet, zahlt mehr und bekommt oft nur eine halbe Lösung.

haus-bau-blog.de: Wie wichtig ist regelmäßige Wartung für Betriebssicherheit und Effizienz?

Andreas Igl: Wartung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass eine Anlage das hält, was sie verspricht. Das gilt für jeden Heizungstyp, ob Brennwertkessel, Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärmeübergabestation.

Die Empfehlung lautet einheitlich: einmal jährlich. Und das hat gute Gründe. Bei einer Heizungswartung werden nicht nur Verschleißteile getauscht und Brenner gereinigt,  es werden auch Druck, Temperaturen, Sicherheitseinrichtungen und Regelungsparameter geprüft.

Der zweite Aspekt ist die Sicherheit. Eine defekte Sicherheitseinrichtung, die nie geprüft wurde, kann im Ernstfall zum echten Problem werden.

Und dann ist da noch der Werterhalt: Eine gewartete Anlage hat eine deutlich längere Lebensdauer. Wer eine Heizung über 20 Jahre betreiben will, ohne in eine frühe Modernisierung gezwungen zu werden, investiert mit der jährlichen Wartung sehr kostengünstig in die Verlängerung seiner Anlagenlaufzeit. Im Vergleich zu einer ungeplanten Störung mitten im Winter, mit Notfalleinsatz, Ersatzteilen auf Dringlichkeit und möglicherweise einem Totalausfall, ist eine regelmäßige Wartung schlicht die wirtschaftlich klügere Entscheidung.

haus-bau-blog.de: Welche Fehler begegnen Ihnen bei Haustechnikprojekten besonders häufig?

Andreas Igl: Nach vielen Jahren in der Praxis begegnen uns immer wieder dieselben Fehler.

Der häufigste Fehler ist eine zu späte Planungsphase.

Die Gebäudetechnik wird oft als nachgeordnetes Thema behandelt, das man regelt, wenn Architekt und Bauherr mit den wichtigsten Dingen fertig sind. Leitungswege, Schachtführungen, Platzbedarf für Technikräume, Anschlüsse für spätere Erweiterungen sollten bereits früh mit geplant werden.

Gerade in der Gebäudetechnik gibt es viele Schnittstellen abzustimmen, auch das wird oft unterschätzt. 

Der zweite klassische Fehler ist, nur auf den Anschaffungspreis zu schauen. Es sollten nicht nur die Investitionskosten betrachtet werden, sondern auch die Betriebskosten. 

Eng damit verbunden ist die falsche Dimensionierung. Überdimensionierte Anlagen takten ständig, laufen nie im optimalen Betriebspunkt und verschleißen schneller. Unterdimensionierte Anlagen kommen an kalten Tagen an ihre Grenzen. 

Und schließlich: Die Wartung wird nicht als relevant angesehen, für die Betriebsweise der Anlage. Anlagen werden eingebaut, in Betrieb genommen und dann sich selbst überlassen. Kein Wartungsvertrag und somit keine regelmäßige Überprüfung. 

haus-bau-blog.de: Was sollten Eigentümer vor einem ersten Beratungstermin vorbereiten?

Andreas Igl: Wer gut vorbereitet in den Beratungstermin kommt, bekommt bessere Ergebnisse  und spart sich Zeit. 

Das Wichtigste ist das Baujahr des Gebäudes. Es ist der erste Anhaltspunkt für den energetischen Zustand, die wahrscheinliche Dämmqualität und den zu erwartenden Heizwärmebedarf. Wer zusätzlich weiß, ob und wann größere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, neue Fenster, Dachdämmung, Fassade, gibt uns noch mehr Anhaltspunkte.

Sehr hilfreich sind Grundrisse oder Bestandspläne, auch wenn sie nicht aktuell sind. Wohnfläche, Geschossanzahl, Raumaufteilung, das sind die Grundlagen für jede Heizlastberechnung. Falls keine Pläne vorhanden sind, reichen auch ungefähre Maße.

Der Energieverbrauch der letzten zwei bis drei Jahre ist wichtig. Gasabrechnungen, Öllieferscheine, Stromrechnungen, daraus lässt sich der tatsächliche Bedarf sehr gut ableiten und mit Richtwerten vergleichen. Das gibt uns ein realistisches Bild davon, wie die Anlage bisher wirklich gearbeitet hat.

Zur bestehenden Heiztechnik: Hersteller, Modell und Baujahr des Kessels stehen meist auf dem Typenschild direkt an der Anlage. Wenn das bekannt ist, können wir den Zustand und die Restlaufzeit besser einschätzen. Noch besser: ein paar Fotos vom Technikraum von den Komponenten, wie Kessel, Speicher, Leitungsführung, Ausdehnungsgefäß. 

Wer schon konkrete Wünsche oder Ideen hat, wie mehr Komfort, Kühlung im Sommer, Home Office-taugliche Raumtemperaturregelung, eine PV-Anlage auf dem Dach, sollte das offen ansprechen.

Und schließlich: ein realistischer Budgetrahmen und der Zeitplan helfen uns, Prioritäten zu setzen. Wer weiß, dass in drei Jahren das Bad saniert wird oder das Dach neu kommt, sollte das erwähnen, denn das beeinflusst direkt, welches System sinnvoll wäre. 

Je mehr Informationen, desto konkreter ist unser Vorschlag und umso genauer ist auch das Angebot. Danke für das Gespräch!

haus-bau-blog.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Igl. Die Einblicke verdeutlichen: Moderne Gebäudetechnik ist heute weit mehr als die Summe ihrer Komponenten. Es ist das Zusammenspiel aus strategischer Planung, technischer Vernetzung, nachhaltiger Effizienz und konsequenter Wartung, das über den dauerhaften Erfolg entscheidet. Wer den Fachbetrieb als strategischen Partner frühzeitig in den Prozess einbindet, investiert nicht nur in Technik, sondern in zukunftssichere Wohnqualität und Wirtschaftlichkeit.

Hi ich bin Tomke Schwede, eigentlich bin ich Online-Marketer mit Leib und Seele. Mit meinem eigenen Hausbau aber, habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog hier aufzubauen. In dieser Zeit habe ich es gelernt, Bauherr zu sein zu lieben. Nun kann ich meine beiden Leidenschaften verbinden und unterstütze Bauherren und werdende Bauherren dabei erfolgreich zum eigenen Haus zu kommen. Ich teile dabei mein Wissen, welches ich mir durch echte eigene Erfahrungen und sehr viel Recherche aufgebaut habe.

Heute gut beraten,
morgen finanziert.

Baufi24 vermittelt die optimale Baufinanzierung
für Ihre Traumimmobilie – einfach, sicher und kostenlos.

Suchen Sie die optimale Baufinanzierung für Ihre Traumimmobilie?

Baufi24 ist unser exklusiver Partner und bietet Ihnen die optimale Baufinanzierung für Ihre Traumimmobilie.