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Steharbeitsplatz einrichten: Ergonomie, Platzbedarf und Ausstattung

Inhaltsverzeichnis

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist flexibel einsetzbar. Bei der Wahl des Standorts sollten allerdings die Raumgröße, die vorhandenen Stromanschlüsse, die Beschaffenheit des Bodens und die Lichtverhältnisse einbezogen werden. Wer schon beim Bau oder bei der Renovierung an Leerrohre, Steckdosen, Lichtquellen und Befestigungspunkte denkt, spart sich später Kabelsalat, Blendung und nachträgliche Stemmarbeiten. 

Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Planungsfragen für das Arbeiten im Stehen zu Hause.

Welcher Raum eignet sich für einen Steharbeitsplatz?

Ideal ist ein Standort, an dem sich der Tisch ungehindert zwischen Sitz- und Stehhöhe verstellen lässt. Je nach Modell reicht der Höhenbereich eines elektrisch verstellbaren Schreibtischs von etwa 65 bis über 120 Zentimeter. Unter Dachschrägen sollte daher geprüft werden, ob auch im Stehen genug Kopffreiheit vor dem Tisch bleibt. Hindernisse wie Fensterbänke, Heizkörper oder hervorstehende Fenstersimse können den Verstellbereich des Schreibtisches einschränken.

Für die Raumhöhe gelten die Landesbauordnungen. Für Aufenthaltsräume wird in vielen Bundesländern eine lichte Höhe von etwa 2,40 Metern verlangt. Die genauen Werte unterscheiden sich, weshalb ein Blick in die jeweilige Landesbauordnung oder eine Nachfrage beim Bauamt sinnvoll ist, vor allem beim Ausbau von Keller oder Dachgeschoss.

Eine Orientierung für den benötigten Platz bietet die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2. Sie sieht für Büroarbeitsplätze eine Bewegungsfläche von mindestens 1,5 Quadratmetern vor. Für das Homeoffice im Eigenheim ist sie nicht verbindlich, liefert aber einen guten Richtwert. Mehr Platz hilft vor allem, weil beim Stehen häufiger die Position gewechselt wird und der Stuhl zeitweise zur Seite rollt.

Wie Elektroinstallation und Kabelwege vorbereitet werden

An einem Steharbeitsplatz kommen häufig mehr elektrische Geräte zusammen als zunächst angenommen. Neben dem Tischmotor benötigen auch Monitore, Dockingstation, Ladegeräte, Drucker und Schreibtischlampe eigene Stromanschlüsse. Es empfiehlt sich, die Steckdosen so zu planen, dass sie vom Tisch aus gut erreichbar sind und die Leitungen beim Höhenwechsel nicht gespannt werden. 

Als Ergänzung sollten bei der Elektroplanung auch die Position der Anschlüsse, mögliche spätere Erweiterungen und eine flexible Kabelführung berücksichtigt werden. Dabei helfen folgende Maßnahmen:

  • Steckdosen und Netzwerkanschlüsse möglichst seitlich oder hinter dem Schreibtisch platzieren, sodass sie jederzeit gut erreichbar bleiben.
  • Leerrohre für zusätzliche Leitungen vorsehen, damit sich spätere Erweiterungen ohne größeren Installationsaufwand umsetzen lassen.
  • Bei der Positionierung von Bodentanks den Verlauf der Fußbodenheizung berücksichtigen, damit beim Einbau keine Heizleitungen beschädigt werden.
  • Für eine sichere Kabelführung eignen sich Kabelkanäle oder Kabelwannen unter der Tischplatte. Die Leitungen müssen genügend Spielraum haben, um jede Höhenveränderung mitzumachen.

Elektroarbeiten an der festen Installation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Das gilt auch für zusätzliche Stromkreise, falls mehrere leistungsstarke Geräte betrieben werden. Eine Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz ersetzt keine sinnvoll geplante Installation, kann sie aber sinnvoll ergänzen.

Weitere Hinweise zur Vorbereitung gibt der Beitrag Elektroplanung im Eigenheim: Das unsichtbare Nervensystem.

Welche Rolle Boden, Wand und Tragfähigkeit spielen

Beim Stehen belastet ein harter Boden Füße, Knie und Rücken. Fliesen und Estrich sind robust, aber unnachgiebig. Kork- und Vinylböden bieten durch ihre leicht elastische Oberfläche mehr Komfort beim Stehen. Eine Anti-Ermüdungsmatte kann die Belastung zusätzlich reduzieren. Bei Parkett und Fußbodenheizung sollte die Auswahl von Matte und Stuhlrollen auf den Bodenbelag abgestimmt sein. Zudem darf die Matte die Wärmeabgabe der Fußbodenheizung nicht wesentlich beeinträchtigen.

Auch die Montage von Zubehör sollte frühzeitig berücksichtigt werden. Ein Monitorarm lässt sich entweder an der Tischplatte befestigen oder an der Wand verschrauben. Bei der Tischmontage müssen Dicke und Material der Platte zur Klemmvorrichtung passen. Bei einer Wandbefestigung kommt es auf die Bauweise an: Massive Wände bieten in der Regel einen sicheren Halt für geeignete Dübel, während Trockenbauwände entsprechende Verstärkungen im Ständerwerk benötigen. Wer bereits während der Bauphase Holzplatten oder zusätzliche Verstärkungen hinter der Wandverkleidung einplant, erleichtert spätere Anpassungen.

Ein Beispiel aus der Praxis: An der vorgesehenen Position des Bildschirms kann die Wand bereits vor dem Verputzen oder Beplanken mit einer Multiplexplatte verstärkt werden. Der geringe Mehraufwand erleichtert die spätere Montage und verhindert aufwendige Befestigungsversuche in Hohlwänden.

Warum Licht, Raumklima und Akustik mitgeplant werden sollten

Beim Wechsel zwischen Sitzen und Stehen verändert sich die Augenhöhe und damit auch der Blickwinkel zu Fenstern und Leuchten. Bildschirme sollten deshalb möglichst seitlich zum Fenster ausgerichtet sein, um Spiegelungen und störendes Gegenlicht zu vermeiden. Für Büroarbeit nennt die ASR A3.4 eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux am Arbeitsplatz. Auch wenn die Regel im privaten Umfeld nicht bindend ist, bietet sie einen praktikablen Richtwert. Blendfreie, dimmbare Leuchten mit neutralweißem Licht ergänzen die natürliche Beleuchtung. Außenliegender Sonnenschutz reduziert die Wärmeentwicklung und verhindert störende Lichtreflexionen auf dem Bildschirm.

Ein angenehmes Raumklima setzt eine ausreichende Lüftung und eine passende Temperatur voraus. Laut ASR A3.5 sind bei sitzender Bürotätigkeit mindestens 20 Grad Celsius erforderlich. Da der Körper beim Stehen etwas aktiver ist, empfinden manche Menschen niedrigere Temperaturen als angenehmer. Regelbare Heizkörper erleichtern die Anpassung.

Auch die Raumakustik sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Liegt das Arbeitszimmer an einer stark befahrenen Straße, hilft eine gute Schalldämmung gegen Außengeräusche. Textilien, Regale und Akustikpaneele können zusätzlich den Nachhall im Raum reduzieren und die Sprachverständlichkeit bei Telefonaten und Videokonferenzen verbessern.

Welche Ausstattung das Stehen im Alltag erleichtert

Ein Stehpult allein sorgt noch nicht für einen ergonomischen Arbeitsplatz, denn auch dauerhaftes Stehen kann den Körper belasten. Empfehlenswert ist ein regelmäßiger Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegung. Dafür muss sich der Schreibtisch so einstellen lassen, dass die Unterarme im Stehen etwa waagerecht aufliegen, die Schultern entspannt bleiben und der Blick leicht nach unten auf den oberen Bildschirmrand gerichtet ist.

Für die richtige Bildschirmhöhe eignet sich zum Beispiel ein flexibler Monitorarm von Vogel’s für ergonomisches Arbeiten. Er lässt sich in Höhe, Abstand und Neigung anpassen und schafft zusätzlichen Platz auf der Tischfläche. Wichtig ist, dass Traglast und Bildschirmgröße zusammenpassen und die Befestigung für die Tischplatte oder Wand geeignet ist.

Gute Planung erspart spätere Anpassungen

Ein gut geplanter Steharbeitsplatz bietet Flexibilität im Homeoffice und lässt sich an unterschiedliche Arbeitssituationen anpassen. Dafür müssen Schreibtisch, Anschlüsse, Beleuchtung und Möblierung aufeinander abgestimmt sein. Werden Stromversorgung, Kabelwege und Befestigungsmöglichkeiten frühzeitig eingeplant, bleibt auch für spätere Erweiterungen genügend Spielraum.

Thumbnail: Unsplash

Hi ich bin Tomke Schwede, eigentlich bin ich Online-Marketer mit Leib und Seele. Mit meinem eigenen Hausbau aber, habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog hier aufzubauen. In dieser Zeit habe ich es gelernt, Bauherr zu sein zu lieben. Nun kann ich meine beiden Leidenschaften verbinden und unterstütze Bauherren und werdende Bauherren dabei erfolgreich zum eigenen Haus zu kommen. Ich teile dabei mein Wissen, welches ich mir durch echte eigene Erfahrungen und sehr viel Recherche aufgebaut habe.
Zwei Personen arbeiten konzentriert in einem modernen Büro an höhenverstellbaren Schreibtischen.

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