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Interview: Wenn der Boden zur Planungsentscheidung wird, warum Bauherren heute über Beschichtungen reden sollten

Inhaltsverzeichnis

Fugenlose Bodenbeschichtungen sind längst keine reine Industrielösung mehr. Auch in Werkstätten, Küchen, Hauswirtschaftsräumen und Garagen privater Bauherren bieten sie eine hygienische, robuste Alternative zu Fliesen und Estrich. Im Gespräch mit dem Team von Hofmann Spezialböden, das sich seit Jahren als Experten für Industrie-Bodenbeschichtung einen Namen gemacht hat, haben wir nachgefragt, worauf Sie als Bauherr achten sollten, wenn Sie über Beschichtungen nachdenken.

Quelle: Foto von Pexels

Fugenlos, hygienisch und robust: Warum Bodenbeschichtungen auch im Privathaus punkten

Ein Interview mit Yvonne Hofmann (Geschäftsführung Hofmann Spezialböden GmbH) über moderne Bodenlösungen für Bauherren und Sanierer.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Frau Hofmann, wenn es um das Thema Hausbau geht, denken die meisten beim Thema Bodenbelag an Fliesen, Parkett oder Vinyl. Warum sind Bodenbeschichtungen für private Bauherren überhaupt ein Thema?

Yvonne Hofmann: Viele Bauherren denken bei Bodenbeschichtungen in der Tat zuerst an Industriehallen oder Tiefgaragen. Tatsächlich kommen Acryl- und Kunstharzsysteme aber längst auch im privaten Bereich zum Einsatz. Wir sehen sie häufig in Hauswirtschaftsräumen, Werkstätten im Keller, in offenen Küchen oder Carports – im Grunde überall dort, wo der Boden fugenlos, hygienisch und rutschsicher sein soll.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Worin genau liegt der Vorteil gegenüber klassischen Bodenbelägen?

Yvonne Hofmann: Der große Vorteil liegt im Aufbau. Eine Beschichtung wird in mehreren Schichten flüssig aufgetragen. Dadurch bildet sich eine komplett geschlossene Fläche ohne Fugen, in denen sich sonst Schmutz und Feuchtigkeit festsetzen können. Wer gerade in der Küche oder im Sanitärbereich großen Wert auf Hygiene legt, für den ist das eine sehr sinnvolle Ergänzung oder Alternative zur klassischen Fliese.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Man liest oft von Acrylharz, Epoxid und Polyurethan. Wo liegen da für den Laien die Unterschiede?

Yvonne Hofmann: Nicht jede Beschichtung ist gleich, das ist völlig richtig. Acrylharzsysteme härten zum Beispiel besonders schnell aus. Eine Fläche, die wir morgens beschichten, ist je nach System und Bedingungen bereits ein bis zwei Stunden nach Fertigstellung wieder voll belastbar. Genau auf diese Acrylharzböden mit kurzer Wiederbelastbarkeit haben wir uns spezialisiert, denn das ist besonders bei Sanierungen Gold wert, wenn ein Raum nicht tagelang gesperrt werden kann.

Epoxidharz hingegen gilt als vergleichsweise robust gegenüber mechanischer Belastung und vielen Chemikalien. Das wird häufig in Werkstätten, Lagern und Garagen eingesetzt. Polyurethansysteme wiederum sind in der Regel elastischer und können leichte Bewegungen im Untergrund besser aufnehmen. Welche Lösung für den Bauherren am besten passt, hängt also weniger vom aktuellen Trend ab, sondern von der Nutzung, dem Untergrund und der gewünschten Optik.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Was wird denn in der Planungsphase von Bauherren oft übersehen? Worauf sollte man im Vorfeld achten?

Yvonne Hofmann: Es gibt vor allem drei Punkte, die wir immer wieder betonen: Erstens muss der Untergrund professionell geprüft werden. Der Estrich braucht eine ausreichende Festigkeit und die Restfeuchte muss im zulässigen Bereich liegen. Ohne saubere Vorprüfung kann keine Beschichtung dauerhaft haften. Zweitens muss die Nutzung realistisch beschrieben werden. Wer in der Garage intensiv am Auto schraubt, hat ganz andere Anforderungen als jemand, der dort wirklich nur parkt. Punktlasten, Reifenabrieb und der Einsatz von Reinigungsmitteln beeinflussen die Materialwahl enorm. Und drittens sollte die Optik bewusst ausgewählt werden. Farbtöne, Einstreuungen oder Quarzsande verändern nämlich nicht nur das Aussehen des Bodens, sondern auch dessen Rutschhemmung und die Reinigungsfreundlichkeit.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Das klingt logisch für einen Neubau. Was ist aber mit Eigentümern älterer Häuser? Heißt es da immer: Sanierung durch Abriss?

Yvonne Hofmann: Nein, ganz und gar nicht! Bestehende Estrich- oder auch alte Epoxidböden lassen sich in sehr vielen Fällen auffrischen, statt sie komplett zu entfernen. Wir schleifen den alten Belag ab, prüfen den Untergrund und tragen dann ein neues System auf. Das spart nicht nur extrem viel Schmutz und Zeit, sondern oft auch Kosten gegenüber einem kompletten Neuaufbau. Auch Fugensanierungen in größeren gefliesten Flächen, wie etwa in Hobbyräumen, sind ein toller Weg, um ohne Komplettsanierung wieder eine hygienische, geschlossene Oberfläche zu erhalten.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Ein wichtiges Thema für unsere Leser sind natürlich Kosten und Zeitaufwand. Wie können Bauherren das realistisch einordnen?

Yvonne Hofmann: Eine pauschale Preisangabe lehnen wir bewusst ab, da die Flächen, Untergründe und gewünschten Systeme einfach zu unterschiedlich sind. Als Orientierung kann man aber sagen: Eine fachgerechte Beschichtung liegt preislich in der Regel über einfachen Bodenfarben aus dem Baumarkt. Im Vergleich zu hochwertigen Fliesenarbeiten ist sie jedoch absolut konkurrenzfähig vor allem, wenn man die Verlegezeit, die wegfallende Fugenpflege und die lange Lebensdauer mit einrechnet. Beim Zeitaufwand punkten, wie vorhin erwähnt, vor allem unsere schnellhärtenden Acrylsysteme. Räume sind oft schon kurz nach der Verlegung wieder nutzbar. Wenn Sie in einem bewohnten Haus sanieren, gibt das oft den Ausschlag für diese Lösung.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Frau Hofmann, welches Fazit oder welchen Rat möchten Sie unseren Bauherren noch mit auf den Weg geben?

Yvonne Hofmann:Holen Sie das Thema Boden früher in die Planung! Bei vielen Bauprojekten wird der Boden erst dann zum Thema, wenn der Estrich schon liegt und die Bemusterung ansteht. Es lohnt sich aber, schon in der Planungsphase zu überlegen, in welchen Räumen eine fugenlose Beschichtung sinnvoller sein könnte als Fliese oder Vinyl. Ob Hauswirtschaftsraum, Garage, Werkstatt oder Küche wenn Sie früh mit einem Fachbetrieb sprechen, können wir Untergrund, Aufbauhöhe und Anschlussdetails von Anfang an mitdenken. Das vermeidet teure Nacharbeiten. Bodenbeschichtungen sind heute kein reines Industriethema mehr, sondern eine hochspannende technische Option für private Bauherren, die Hygiene, geringen Pflegeaufwand und eine tolle Optik vereint.

Hausbau Blog & Bautagebuch: Frau Hofmann, vielen Dank für das informative Gespräch!

Hi ich bin Tomke Schwede, eigentlich bin ich Online-Marketer mit Leib und Seele. Mit meinem eigenen Hausbau aber, habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog hier aufzubauen. In dieser Zeit habe ich es gelernt, Bauherr zu sein zu lieben. Nun kann ich meine beiden Leidenschaften verbinden und unterstütze Bauherren und werdende Bauherren dabei erfolgreich zum eigenen Haus zu kommen. Ich teile dabei mein Wissen, welches ich mir durch echte eigene Erfahrungen und sehr viel Recherche aufgebaut habe.

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