Elektroschrott gehört nie in den Hausmüll. Alte Elektrogeräte und Elektronikgeräte enthalten zum Teil gefährliche Stoffe, gleichzeitig stecken in ihnen wertvolle Rohstoffe, die durch Recycling wiedergewonnen werden können. Deshalb werden sie in Deutschland als eigene Abfallart behandelt und müssen getrennt gesammelt werden.
Warum Elektroschrott nicht in den Hausmüll gehört
Zum Elektroschrott, oft auch E-Schrott genannt, zählen sowohl kleine als auch große Elektrogeräte: vom Handy inkl. Kabel über den Fön und den Staubsauger bis hin zu Waschmaschinen, Kühlschränken, Gefrierschränken und Monitoren. Diese Elektroaltgeräte können Schadstoffe wie Schwermetalle oder bestimmte Kühlmittel enthalten, die die Umwelt belasten, wenn sie unkontrolliert im Müll landen.
Gleichzeitig sind in Elektronikaltgeräten viele wertvolle Materialien verbaut, etwa Metalle und Kunststoffe. Eine geordnete Entsorgung unterstützt daher nicht nur die Umwelt, sondern auch die Schonung von Ressourcen. Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf dem Produkt erinnert daran, dass dieses Gerät nicht über den Restmüll entsorgt werden darf.
Welche Regeln gelten nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz?
Die rechtlichen Grundlagen für den Umgang mit Elektroschrott regelt in Deutschland das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, häufig kurz ElektroG genannt. Dieses Elektronikgerätegesetz (ElektroG) legt fest, wie Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt, behandelt und verwertet werden und wer im System Verantwortung trägt.
Hersteller und Vertreiber haben eine besondere Produktverantwortung. Die zuständigen Hersteller und Vertreiber müssen sich registrieren, Mengen melden und sicherstellen, dass für ihre Elektroaltgeräte eine geordnete Erfassung und Verwertung organisiert wird. Daneben gibt es die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, zumeist die Städte und Landkreise, die Sammelstellen einrichten und den Transport zu den Behandlungsanlagen organisieren.
Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, Elektroaltgeräte getrennt zu erfassen und zur Rückgabe an geeignete Stellen zu bringen. Nur so kann der Verfahrensablauf von der Sammlung über die Behandlung bis zur Verwertung funktionieren.
Wo können Bürgerinnen und Bürger Elektroschrott entsorgen?
Wer Elektroschrott entsorgen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. In fast allen Städten und Landkreisen gibt es kommunale Sammelstellen oder Wertstoffhöfe, an denen Altgeräte kostenlos angenommen werden. Dort können Bürger und Bürgerinnen Kleingeräte ebenso abgeben wie viele Großgeräte.
Typische Abgabestellen für Elektroaltgeräte sind:
- Wertstoffhof oder kommunale Sammelstellen der Entsorgungsträger
- Sammelcontainer an zentralen Orten für bestimmte Kleingeräte
- Rücknahme im Handel, etwa Altgeräte in den Läden
- Angebote des Online-Handel zur Rücknahme beim Kauf neuer Geräte
Auf den Internetseiten der Kommunen findet sich meist eine Beschreibung der örtlichen Möglichkeiten, häufig mit einem Verzeichnis, welcher Ort für welche Gerätekategorien zuständig ist. Haushalte können so planen, wann sie welchen Elektroschrott zum Wertstoffhof bringen.
Kleingeräte wie Handy, Fön oder kleine LED Lampen lassen sich gut sammeln und beim nächsten Besuch am Wertstoffhof oder an Sammelcontainern abgeben. Großgeräte wie Waschmaschinen, Gefrierschränke oder große Kühlgeräte erfordern dagegen meist einen Transport mit Fahrzeug oder einen Abholservice, wenn der örtliche Markt oder der kommunale Entsorgungsträger dies anbietet.
Welche Rücknahmepflichten haben Handel und Online-Handel?
Neben den kommunalen Angeboten spielt der Handel eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Elektroschrott zu entsorgen. Viele Händler nehmen alte Elektrogeräte zurück, wenn ein neues Gerät gekauft wird. Je nach Größe des Geschäfts und Sortiment gibt es zusätzlich Pflichten, auch bestimmte Kleingeräte ohne direkten Neukauf anzunehmen.
Für Verbraucher ist es sinnvoll, beim Kauf eines neuen Geräts gezielt nach der Rücknahme von Altgeräten zu fragen. Häufig informiert der Händler im Markt oder im Menü seiner Website darüber, wie die Rückgabe organisiert ist. Im stationären Handel werden Altgeräte in den Läden über spezielle Annahmestellen gesammelt, bevor sie an die Vertreiber zur weiteren Behandlung weitergegeben werden.
Auch der Online-Handel hat nach ElektroG Rücknahmepflichten. Beim Kauf im Internet können Altgeräte teilweise bei Lieferung an der Haustür abgeholt oder über vereinbarte Sammelstellen abgegeben werden. Wichtig ist, die Hinweise zur Rückgabe sorgfältig zu lesen und das Altgerät rechtzeitig bereitzustellen.
So läuft die Rückgabe über den Handel typischerweise ab:
- Beim Kauf eines neuen Geräts Informationen zur Rücknahme einholen.
- Prüfen, ob das alte Gerät direkt im Handel oder bei Lieferung abgegeben werden kann.
- Altgerät am vereinbarten Ort bereitstellen oder mit in den Markt bringen.
- Nachfragen, wie die weitere Entsorgung und Verwertung organisiert ist.
Was passiert mit Elektroaltgeräten nach der Abgabe?
Nach der Abgabe an Sammelstellen, bei Händlern oder an Wertstoffhöfen beginnt die weitere Behandlung und Verwertung. Zunächst werden die Geräte sortiert, nach Art und Größe getrennt und an spezialisierte Anlagen übergeben. Dort erfolgt die Behandlung, bei der schadstoffhaltige Komponenten ausgebaut werden, damit sie nicht in die Umwelt gelangen.
Anschließend werden die übrigen Teile in ihre Materialien zerlegt. Metalle, Kunststoffe, Glas und andere Stoffe aus Elektroaltgeräten können so wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Dieses Recycling trägt dazu bei, Rohstoffe zu sparen und die Umwelt zu entlasten.
Der Verfahrensablauf von der Sammlung über die Behandlung bis zur Verwertung zeigt, wie viele Schritte nötig sind, um aus einem alten Gerät wieder nutzbare Materialien zu gewinnen. Eine geordnete Entsorgung sorgt damit nicht nur für Sicherheit im Umgang mit Schadstoffen, sondern unterstützt auch die Schonung von Ressourcen.
Praktische Tipps für den Umgang mit alten Elektrogeräten im Haushalt
Haushalte können selbst viel dazu beitragen, dass Elektroschrott gar nicht erst unnötig entsteht. Je länger ein Gerät genutzt wird, desto weniger Abfall fällt an. Oft lohnt es sich, eine Reparatur zu prüfen, bevor Elektrogeräte als Abfall betrachtet werden. Auch der Weitergebrauch innerhalb der Familie oder die Weitergabe an andere kann sinnvoll sein, solange das Gerät noch sicher funktioniert.
Kleingeräte lassen sich in einer Box sammeln, bis sich ein Weg zum Wertstoffhof anbietet. Beim nächsten Kauf eines neuen Geräts empfiehlt es sich, gleich nach den Möglichkeiten der Rücknahme zu fragen. Viele Händler und Vertreiber bieten hier unkomplizierte Lösungen an, die die Entsorgung für Verbraucher erleichtern.
Ein bewusster Umgang mit Elektroschrott schützt die Umwelt, reduziert Müll und stellt sicher, dass wertvolle Materialien nicht verloren gehen. Wer Elektroschrott entsorgen möchte, sollte deshalb konsequent die angebotenen Sammelstellen und Rückgabesysteme in Deutschland nutzen.



