Spachtelbeton lohnt sich vor allem dann, wenn Sie eine fugenlose, individuell gestaltbare und pflegeleichte Oberfläche für Bad, Küche oder Wohnraum suchen und sich von der klassischen Fliese lösen möchten. Gemeint ist eine durchgehende Oberfläche aus mineralischem Werkstoff, die sich farbig gestalten lässt und Wänden sowie Böden eine edle Optik gibt. Doch wo liegen die Grenzen der Technik und wie läuft ein solches Projekt eigentlich ab?

Wir haben mit Guido Bernhard gesprochen, dem Geschäftsführer von BETON WORK aus Putzbrunn bei München. Er begleitet Privat- und Objektkunden bei genau solchen Vorhaben und kennt die typischen Fragen von der ersten Idee über die Materialwahl bis zur fertigen Oberfläche.
Das Interview mit Guido Bernhard (BETON WORK)
Hausbau Blog & Bautagebuch: Herr Bernhard, was genau ist eigentlich Spachtelbeton und warum ersetzt er heutzutage zunehmend die klassische Fliese?
Guido Bernhard: Spachtelbeton ist ein dekorativer, in mehreren dünnen Lagen von Hand aufgetragener mineralischer Beschichtungswerkstoff. Anders als bei der Fliese entsteht dabei keine gerasterte Fläche mit sichtbaren Fugen, sondern eine durchgehende, ruhige Oberfläche. Genau darin liegt für viele Bauherren der entscheidende Reiz. Über viele Jahre hinweg hat sich das Material durchgesetzt, weil es Vorteile bietet, die die Fliese so nicht liefern kann. Das Ganze ist fugenlos und, wenn gewünscht, hundertprozentig wasserdicht. Zudem bleiben die Flächen dadurch extrem pflegeleicht, da sich kein Schmutz in den Fugen festsetzen kann.
Hausbau Blog & Bautagebuch: Das klingt nach einem großen praktischen Nutzen im Alltag. Für welche Räume oder Bereiche im Haus eignet sich diese Technik denn konkret sprechen wir hier nur vom Bad oder auch von Treppen?
Guido Bernhard: Der große Vorteil von Spachtelbeton ist seine Vielseitigkeit. Die Technik ist nicht auf einen einzelnen Raum beschränkt, sondern lässt sich über ganze Wohnbereiche hinweg einsetzen. Wer sich für dieses Thema interessiert und einen erfahrenen Ansprechpartner in der Region sucht, findet mit den auf fugenlose Oberflächen spezialisierten Betonbädern in München einen Betrieb, der Bad, Dusche und Wohnraum aus einer Hand umsetzt. Wir setzen die fugenlose Spachteltechnik an Wänden und Böden ein, aber auch auf Möbeln, Arbeitsplatten, Treppen und im Duschbereich. Gerade im Feuchtraum spielt sie ihre Stärke aus: Die Oberfläche lässt sich wasserfest und auf Wunsch komplett wasserdicht ausführen, was sie für Dusche und Bad besonders interessant macht.
Hausbau Blog & Bautagebuch: Viele Menschen denken bei Betonoptik sofort an ein sehr kühles, monotones Grau. Welche Rolle spielen Farbe und Struktur bei der individuellen Gestaltung des Eigenheims?
Guido Bernhard: Dieses Vorurteil gibt es oft, aber zu Unrecht! Wir arbeiten mit über 80 Farben und zahlreichen Strukturvariationen. Dadurch ist praktisch für jeden Geschmack etwas dabei von warmen, sandigen Tönen bis hin zu klaren, dunklen Nuancen. Manche Kunden wünschen sich eine ganz glatte, zurückhaltende Fläche, andere möchten eine lebendige Struktur. Beides ist möglich, und beides planen wir individuell. Weil jede Fläche von Hand aufgetragen wird, entsteht am Ende immer ein handwerkliches Ergebnis mit einem ganz eigenen Charakter.
Hausbau Blog & Bautagebuch: Das hört sich nach echter Maßarbeit an. Wie läuft ein solches Projekt bei Ihnen in der Praxis ab, vom ersten Kontakt bis zur fertigen Wand oder dem fertigen Boden?
Guido Bernhard: Ein Projekt folgt bei uns einem klar strukturierten Ablauf in vier Phasen:
- Die Beratung: Am Anfang steht immer die Beratung. Wir sehen uns die Gegebenheiten vor Ort an und beraten umfassend, was möglich ist und was zum Raum passt.
- Die Planung: Danach folgt die Planung, in der die Wünsche des Kunden konkret in den Plan einfließen – Farbe, Struktur, Fläche und Nutzung.
- Die Materialauswahl: Im dritten Schritt kümmern wir uns gemeinsam mit dem Kunden um den Einkauf und stellen die Qualität der genutzten Materialien sicher.
- Die Umsetzung: Und dann kommt die Umsetzung: Die eigentliche Arbeit erledigen wir, der Kunde kann sich zurücklehnen.
Hausbau Blog & Bautagebuch: Abschließend noch ein wichtiges Thema für den Alltag: Was sollten Bauherren bei der Pflege und bei der Materialwahl beachten? Gibt es hier auch ökologische Ansätze?
Guido Bernhard: Ein häufiges Missverständnis ist, dass Beton im Wohnraum empfindlich oder pflegeintensiv sei. In der Praxis gilt eher das Gegenteil vorausgesetzt, die Oberfläche wird fachgerecht ausgeführt. Spachtelbeton ist robust und lässt sich einfach reinigen; das mühsame Nachfugen und Auskratzen wie bei Fliesen entfällt komplett. Und ja: Je nach Anwendungsbereich können wir auf Wunsch besonders umweltfreundliche Materialien einsetzen, etwa einen wasserbasierten Acrylmörtel.
Hausbau Blog & Bautagebuch: Herr Bernhard, vielen Dank für diese spannenden Einblicke in die Welt der fugenlosen Oberflächen!


