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Kanal kaputt oder nicht? Ein Experte erklärt, worauf Bauherren und Eigenheimbesitzer achten müssen

Inhaltsverzeichnis

Woran erkennst du, ob dein Abwasserkanal defekt ist? Die häufigsten Warnsignale sind Rückstau im Keller, ein müffelnder Ausguss und feuchte Flecken an der Kellerwand. Gerade bei älteren Häusern oder Grundstücken mit altem Baumbestand ist der Zustand der Entwässerung oft unbekannt.

Quelle: Foto von Marianna Zuzanna

Wir haben mit André Schuster gesprochen, Geschäftsführer der Schuster & Hilger Kanalservice GmbH aus Karlsfeld bei München. Im Interview erklärt er, woran du Kanalschäden erkennst, wie eine professionelle Kanalsanierung in München abläuft und warum grabenlose Verfahren für viele Grundstücke die bessere Lösung sind.

Woran erkennt man, dass der Kanal kaputt ist?

Herr Schuster, was sind die typischen Warnsignale?

„Die klassischen Symptome sind Rückstau, also Wasser, das nicht mehr richtig abläuft, Geruchsbelästigung aus Abflüssen oder dem Garten sowie feuchte Wände im Keller. Hinzu kommen Setzungsrisse durch Bewegungen im Untergrund und Wurzeleinwüchse aus Bäumen. Wenn eine Dichtheitsprüfung nicht bestanden wird, ist das das eindeutigste Signal. Auch ein Eigentümerwechsel oder eine Bauvoranfrage mit Nachweispflicht bringt den Kanalzustand oft erst ans Licht.“

Muss man bei solchen Anzeichen sofort reagieren?

„Nicht in Panik verfallen, aber auch nicht wegschauen. Wir empfehlen, jedem Sanierungsschritt eine Kanal-TV-Untersuchung vorzuschalten. Nur so lässt sich vermeiden, dass pauschal geschätzt und am Ende zu viel oder das Falsche saniert wird.“

Diagnose per Kamera: der erste Schritt

Wie läuft eine solche Kanalinspektion ab?

„Wir arbeiten mit hochauflösender Kamera-Technik und befahren den Kanal nach der Norm DIN EN 13508-2. Vor der Befahrung wird die Leitung mit Hochdruck gespült, damit Wurzeln, Inkrustationen und Ablagerungen entfernt sind nur ein sauberer Kanal lässt sich sauber beurteilen. Das Ergebnis ist ein dokumentierter Schadensbericht inklusive Videomaterial, auf dessen Basis wir eine Empfehlung aussprechen.“

Was bringt diese Dokumentation dem Eigentümer?

„Sie ist die Grundlage für ein transparentes Angebot statt einer pauschalen Kostenschätzung. Außerdem ist sie später wichtig: für Versicherungen, Behörden oder wenn dieImmobilie verkauft wird.“

Grabenlose Sanierung: Inliner und Kurzliner

Muss für eine Sanierung immer aufgegraben werden?

„In den allermeisten Fällen nicht. Gerade in dicht bebauten Bereichen, unter versiegelten Hofflächen oder in der Nähe denkmalgeschützter Gebäude ist offener Tiefbau teuer und aufwendig. Wir setzen deshalb überwiegend auf grabenlose Verfahren, die den Kanal von innen sanieren. Aufgegraben wird eigentlich nur noch dort, wo ein Rohr tatsächlich eingebrochen ist.“

Was unterscheidet Inliner und Kurzliner?

„Beim Inliner-Verfahren, auch Schlauchlining genannt, wird ein mit Harz getränkter Gewebeschlauch in den bestehenden Kanal eingezogen und ausgehärtet. So entsteht ein neues, dichtes Rohr im alten ideal für lange Haltungen mit durchgehenden Schäden. Bei punktuellen Schäden reicht dagegen ein Kurzliner, der nur den betroffenen Abschnitt saniert. Für Anschlüsse setzen wir zusätzlich Hutprofile und gefräste Anbindungen ein, damit der Kanal danach wieder voll funktioniert.“

Der Ablauf einer Sanierung – Schritt für Schritt

Wie sieht ein typisches Projekt zeitlich aus?

„Am Anfang steht die Anfrage, bei der uns Eigentümer das Problem schildern. Danach folgt die Kanal-TV-Untersuchung mit Spülung und Kamerabefahrung. Auf dieser Basis erstellen wir ein Sanierungskonzept und ein transparentes Angebot. Anschließend erfolgt die Umsetzung: Vorbereitung, Einbau, Aushärtung und Wiederöffnung der Anschlüsse. Zum Abschluss steht eine Abnahmebefahrung inklusive Dichtheitsprüfung, etwa nach DIN 1986-30, und die Übergabe der Dokumentation.“

Vorbeugen statt reagieren: So bleibt der Kanal langfristig dicht

Was können Eigentümer selbst tun, damit es nicht wieder so weit kommt?

„Nach einer Sanierung ist der Kanal in einem sehr guten Zustand, aber das heißt nicht, dass man ihn vergessen kann. Wichtig ist, keine Feuchttücher, Speisereste oder Fette über Toilette oder Abfluss zu entsorgen das sind die häufigsten Ursachen für Verstopfungen. Wenn doch einmal ein Abfluss verstopft ist, hilft in der Regel eine fachgerechte Rohrreinigung schnell weiter. Bei Bäumen in der Nähe der Leitungstrasse lohnt es sich außerdem, das Wurzelwerk im Blick zu behalten oder bei Neupflanzungen auf ausreichenden Abstand zur Leitung zu achten. Und wer den Kanal regelmäßig per Kamerabefahrung kontrollieren lässt, erkennt neue Schäden frühzeitig, bevor sie größer werden.“

Gibt es Warnzeichen, die auf eine erneute Prüfung hindeuten, auch wenn gerade erst saniert wurde?

„Auch nach einer fachgerechten Sanierung sollte man aufmerksam bleiben: Wenn wieder Rückstau, Gerüche oder feuchte Stellen auftreten, ist das ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Meistens hat das dann andere Ursachen, zum Beispiel eine neue Verstopfung oder ein Problem an einer nicht sanierten Nebenleitung. In solchen Fällen empfehlen wir wieder zuerst die Kamerabefahrung, statt vorschnell auf einen Rückfall des sanierten Abschnitts zu schließen.“

Was kostet eine Kanalsanierung?

Können Sie pauschal sagen, was eine Sanierung kostet?

„Ehrlich gesagt: nein und das sollte niemand seriös tun, ohne den Kanal gesehen zu haben. Die Kosten hängen von der Länge der Haltung, dem Rohrdurchmesser, der Tiefe, dem Schadensbild, der Anzahl der Anschlüsse und der Zugänglichkeit ab. Eine belastbare Aussage ist erst nach der Kamerabefahrung möglich.“

Was sollte ein gutes Angebot enthalten?

„Ein schriftliches Angebot, das jede Position klar benennt, eine Empfehlung für das wirtschaftlichste Verfahren grabenlos vor offenem Aushub, wenn technisch möglich und Hinweise zu möglichen Förderungen oder Versicherungsleistungen, sofern sie im jeweiligen Fall infrage kommen.“

Checkliste: Wann solltest du aktiv werden?

Nicht jedes Anzeichen bedeutet gleich eine große Sanierung. Trotzdem lohnt es sich, folgende Punkte im Kopf zu behalten und im Zweifel eine Kamerabefahrung zu beauftragen:

  • Wiederholter Rückstau oder langsam ablaufendes Abwasser trotz Reinigung
  • Geruchsbelästigung aus Abflüssen, Schächten oder dem Garten
  • Feuchte Stellen oder Wasserflecken an Kellerwänden
  • Bäume mit kräftigem Wurzelwerk in der Nähe der Leitungstrasse
  • Setzungsrisse im Gebäude oder auf befestigten Flächen über dem Kanal
  • Nicht bestandene Dichtheitsprüfung oder behördliche Auflage
  • Anstehender Verkauf oder eine geplante Bauvoranfrage

Trifft einer dieser Punkte zu, ist eine fachliche Einschätzung sinnvoller als Abwarten Folgeschäden an Bausubstanz oder Garten lassen sich so meist vermeiden.

Häufige Fragen zur Kanalsanierung

In welchen Regionen rund um München ist Schuster & Hilger im Einsatz?

Der Firmensitz liegt in Karlsfeld direkt nordwestlich von München, angrenzend an den Münchner Stadtteil Allach-Untermenzing. Von dort ist das Team unter anderem in Münchner Stadtteilen wie Schwabing, Pasing oder Sendling im Einsatz sowie in den Landkreisen München, Dachau und Fürstenfeldbruck.

Bekommt man nach der Sanierung einen Nachweis?

Ja. Üblich sind ein Befahrungsvideo vor und nach der Sanierung, ein Sanierungsbericht und das Protokoll der Dichtheitsprüfung Unterlagen, die für Versicherung, Behörde oder einen späteren Verkauf relevant sein können.

Gilt das auch für gewerbliche und öffentliche Auftraggeber?

Ja, die Leistungen richten sich nicht nur an private Eigentümer, sondern ebenso an gewerbliche und öffentliche Auftraggeber im Raum München.

Fazit: Erst schauen, dann sanieren

Das Interview macht deutlich: Die eigentliche Grundlage jeder Kanalsanierung ist nicht die Baustelle, sondern die Kamera. Wer Warnsignale wie Rückstau, Geruch oder feuchte Wände ernst nimmt und zunächst eine Kanal-TV-Untersuchung beauftragt, saniert am Ende nur das, was wirklich nötig ist. Für viele Grundstücke im Großraum München sind grabenlose Verfahren wie Inliner oder Kurzliner dabei die schonendere und oft schnellere Lösung als ein offener Aushub und wer zusätzlich auf regelmäßige Kontrolle und einen achtsamen Umgang mit der Leitung achtet, hält den Kanal langfristig dicht.

Hi ich bin Tomke Schwede, eigentlich bin ich Online-Marketer mit Leib und Seele. Mit meinem eigenen Hausbau aber, habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog hier aufzubauen. In dieser Zeit habe ich es gelernt, Bauherr zu sein zu lieben. Nun kann ich meine beiden Leidenschaften verbinden und unterstütze Bauherren und werdende Bauherren dabei erfolgreich zum eigenen Haus zu kommen. Ich teile dabei mein Wissen, welches ich mir durch echte eigene Erfahrungen und sehr viel Recherche aufgebaut habe.

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